Mit industriellen Funkfernsteuerungssystemen kann ein Bediener Maschinen aus der Ferne steuern, indem er Befehle über eine drahtlose Funkverbindung an einen an der Maschine angebrachten Empfänger sendet. Ein komplettes System besteht aus mehr als nur einem Handsender und einem Empfänger. Es umfasst in der Regel die Bedienelemente, die Funkkommunikationshardware, die Befehlsdecodierung, die Sicherheitsüberwachung, die maschinenseitigen Ausgangsschnittstellen sowie die elektrischen, hydraulischen oder elektronischen Komponenten, die letztendlich die Bewegung auslösen.
Bei einer hydraulischen Maschine könnte der praktische Regelpfad wie folgt aussehen:
Bediener → Joystick oder Tasten → Funksender → HF-Kommunikation → Empfänger → Ausgangsschnittstelle oder Maschinensteuerung → Hydraulikventil → Stellantrieb
Bei einer elektrisch angetriebenen Maschine können die letzten Stufen stattdessen wie folgt lauten:
Bediener → Sender → HF-Verbindung → Empfänger → SPS oder Antriebsschnittstelle → Schütz/Frequenzumrichter/Servoantrieb → Motor
Diese Unterscheidung ist bei der Auswahl eines Systems von Bedeutung. Die richtige Funkfernbedienung hängt nicht nur von der Anzahl der Tasten oder der angegebenen Reichweite ab, sondern auch von der Steuerungsarchitektur der Maschine, den erforderlichen Sicherheitsfunktionen, den elektrischen Schnittstellen, der Betriebsumgebung und den geltenden Vorschriften.
Was ist ein industrielles Funkfernsteuerungssystem?
Ein industrielles Funkfernsteuerungssystem ist ein drahtloses Bediensystem, mit dem Befehle an Maschinen gesendet werden können, ohne dass der Bediener sich an der lokalen Steuerkonsole der Maschine aufhalten muss.

Die Norm ISO 10968 definiert die Fernsteuerung als Maschinensteuerung mittels drahtgebundener oder drahtloser Signalübertragung von einer Fernbedienungseinheit zu einer Empfangseinheit an der Maschine. Dieselbe Norm definiert außerdem die proportionale Steuerung als eine Steuerung, die eine stufenlos variable oder modulierte Maschinenreaktion erzeugt.
In der Praxis verfügt eine industrielle Funkfernsteuerung in der Regel über zwei elektronische Hauptendpunkte:
| Komponente | Hauptaufgabe |
|---|---|
| Sender | Erfasst Bedienerbefehle und sendet verschlüsselte Daten drahtlos |
| Empfänger | Empfängt, überprüft, decodiert und wandelt drahtlose Befehle in maschinenseitige Ausgänge um |
Diese beiden Boxen sind jedoch nur der sichtbare Teil des Systems.
Je nach Maschine können folgende zusätzliche Elemente enthalten sein:
- Joystick oder Taster als Eingabegeräte.
- Not-Aus- und Freigabeschalter.
- Mikrocontroller und Befehlsgeber
- HF-Sendeempfänger und Antenne.
- Batterie und Energieverwaltungsschaltung.
- Zuordnungs- oder Maschinenidentifikationslogik.
- empfängerseitige Überwachung und Sicherheitsüberwachung.
- Relaisausgänge.
- Analog- oder PWM-Ausgänge.
- CAN oder andere Schnittstellen zwischen Maschinen und Netzwerken.
- Proportionalventil-Ansteuerungen.
- Magnetspulen.
- SPS oder Maschinen-ECU.
- Hydraulikventile.
- Motoren, Zylinder, Bremsen, Schütze oder andere Stellantriebe.
Das technische Ziel besteht darin, Informationen zuverlässig von der Hand des Bedieners zum endgültigen Steuerelement der Maschine zu übertragen und dabei sicherzustellen, dass definierte Fehlerzustände nicht zu einem unsicheren Befehl führen.
Die sechs Funktionsschichten eines industriellen Funkfernsteuerungssystems
Um ein industrielles drahtloses Steuerungssystem besser zu verstehen, empfiehlt es sich, es in sechs Schichten zu unterteilen.
1. Benutzereingabe
Der Bediener leitet den Steuerungsvorgang ein, indem er einen Joystick bewegt, eine Taste drückt, einen Wahlschalter dreht oder ein anderes Bedienelement betätigt.
2. Funk-Sender
Der Sender misst den Eingangssignalwert, verarbeitet ihn und wandelt den Befehl in eine strukturierte Funknachricht um.
3. HF-Kommunikationsverbindung
Die Nachricht wird zwischen Sender und Empfänger über eine festgelegte Funkfrequenz und ein festgelegtes Kommunikationsprotokoll übertragen.
4. Funkempfänger
Der Empfänger nimmt gültige Nachrichten vom gekoppelten Sender entgegen, verarbeitet die Befehle, überwacht den Kommunikationsstatus und erzeugt maschinenseitige Ausgänge.
5. Maschinenschnittstelle
Der Empfänger kann direkt an Relais, Proportionalventil-Treiber, analoge Eingänge, PWM-Ausgänge, CAN-Schnittstellen oder eine SPS bzw. ein Steuergerät angeschlossen werden.
6. Endantrieb
Das Steuerelement der Maschine löst die physikalische Reaktion aus, beispielsweise das Bewegen eines Hydraulikschiebers, das Einschalten eines Schützes, das Ändern der Motordrehzahl oder das Bewegen eines Zylinders.
Dieser schichtweise Ansatz ist wichtig, da ein System auf einer Ebene robust sein kann, auf einer anderen jedoch inkompatibel.
So kann eine Fernbedienung beispielsweise über eine hervorragende Funkverbindung verfügen, sich aber dennoch nicht für eine Hydraulikmaschine eignen, wenn ihre Ausgangsschnittstelle das vorhandene Ventilsystem nicht ansteuern kann.
1. Sender: Die Bedienoberfläche des Betreibers
Der Sender ist das Gerät, das der Bediener in der Hand hält. Er sorgt dafür, dass menschliche Bewegungen in Maschinenbefehle umgewandelt werden.
Gängige industrielle Messumformer verwenden:
- Drucktasten
- Einachsige oder mehrachsige Joysticks
- Hebel
- Drehschalter
- Kippschalter
- Startsteuerung
- Not-Aus-Einrichtungen
- Freigabe- oder Totmannsteuerungen
- Status-LEDs
- Anzeigen oder Diagnoseanzeigen.
Die räumliche Anordnung spielt eine Rolle, da Industriearbeiter möglicherweise Handschuhe tragen, bei Regen oder Staub arbeiten oder die Maschine bedienen, während sie den Ladegut oder den Arbeitsbereich im Blick behalten und nicht die Fernbedienung selbst.
Ein Bedienelement sollte daher nicht allein aufgrund der Anzahl der Kanäle ausgewählt werden, die es bietet. Auch sein mechanisches Verhalten und seine Ergonomie müssen zur jeweiligen Anwendung passen.
Drucktasten und Joysticks erfüllen unterschiedliche Aufgaben
Ein Druckknopf dient in der Regel zur Ausgabe eines diskreten Befehls:
Gedrückt → EIN
Freigegeben → AUS
Ein Joystick kann einen stufenlos einstellbaren Befehl liefern:
Neutral → geringe Bewegung → mittlere Bewegung → maximale Bewegung.
Aus diesem Grund wird häufig ein Joystick verwendet, wenn der Bediener eine präzise Bewegungssteuerung benötigt.
Nomis Portfolio umfasst derzeit sowohl Joystick-Fernbedienungen und Fernbedienungen mit Drucktasten, was darauf zurückzuführen ist, dass Industriemaschinen unter Umständen unterschiedliche Steuerungsschnittstellen erfordern.
Der Sender enthält in der Regel mehr als nur Schalter.
Im Inneren kann ein Industrie-Messumformer Folgendes enthalten:
Eingangsstufe → Prozessor → Sicherheitslogik → HF-Modul → Antenne
Der Prozessor erkennt, welche Regler aktiv sind, und kann Funktionen wie Skalierung, Totzone, Rampenfahrt, Befehlsvalidierung oder programmierte Grenzwerte anwenden.
Das HF-Modul formatiert die Daten anschließend und sendet sie.
Das Batteriemanagement ist eine weitere wichtige Funktion. Ein niedriger Batteriestand muss als Teil des Systemverhaltens betrachtet werden und darf nicht einfach als Unannehmlichkeit abgetan werden.
Ein robustes Design sollte festlegen, was geschieht, wenn der Sender während des Betriebs keinen Strom mehr erhält.
2. HF-Kommunikationsverbindung: Mehr als nur “Reichweite”
Die Funkverbindung verbindet Sender und Empfänger.
An dieser Stelle konzentrieren sich viele Produktbeschreibungen zu sehr auf eine einzige Zahl:
“Reichweite: 300 m.”
Die Reichweite ist zwar nützlich, stellt jedoch kein umfassendes Maß für die Leistung eines drahtlosen Netzwerks dar.
Die tatsächliche Kommunikationsleistung kann von folgenden Faktoren abhängen:
- Frequenzband.
- Ausgangscharakteristik des Senders.
- Empfindlichkeit des Empfängers.
- Antennenauslegung
- Antennenstandort
- Hindernisse
- Metallkonstruktionen.
- Maschinengeometrie.
- elektromagnetische Störungen.
- andere drahtlose Systeme.
- Funkprotokoll.
- Kommunikationszeitpunkt.
- örtliche Grenzwerte.
Ein System, das auf einem offenen Testgelände gut funktioniert, kann sich in einem Stahlwerk, auf einer Werft, in einem Tunnel, in einem Lagerhaus oder auf einer Baustelle anders verhalten.
Die Frequenz ist keine allgemeingültige Entscheidung zwischen “besser oder schlechter”
Drahtlose Industriesysteme können je nach Produktarchitektur und Zielmarkt für verschiedene Frequenzbänder ausgelegt werden. Auf den aktuellen öffentlichen Produktseiten von Nomi sind beispielsweise unterschiedliche Frequenzoptionen für verschiedene Produktkonfigurationen aufgeführt.
Die richtige Frequenz ist daher eine Frage der Produktentwicklung und der gesetzlichen Vorschriften und nicht einfach nur eine Frage der Wahl der höchsten Zahl.
Für europäische Funkgeräte, die in den geltenden Anwendungsbereich fallen, deckt die Norm ETSI EN 300 220-2 Kurzstreckengeräte ab, die im Frequenzbereich von 25 MHz bis 1.000 MHz betrieben werden, wobei die aktuelle harmonisierte Fassung vom ETSI als Version 3.3.1 aufgeführt und im Amtsblatt der EU im Jahr 2025 zitiert wurde.
In den Vereinigten Staaten müssen betreffende Hochfrequenzgeräte die Anforderungen der FCC an die Gerätezulassung erfüllen, bevor sie in Verkehr gebracht oder importiert werden dürfen, vorbehaltlich der jeweiligen Regulierungskategorie und der geltenden Ausnahmeregelungen.
Daraus ergibt sich eine praktische Regel für den Einkauf:
Geben Sie die Funkfrequenz erst an, nachdem Sie den Zielmarkt und die gesetzlichen Anforderungen überprüft haben.
3. Kommunikationsprotokoll, Kopplung und Befehlsprüfung
Eine professionelle industrielle Fernbedienung muss mehr können, als nur Funksignale zu empfangen.
Der Empfänger muss feststellen können, ob eine eingehende Übertragung gültig ist und ob sie zu dem richtigen Sender-Maschinen-Paar gehört.
Je nach Systemarchitektur kann dies Folgendes umfassen:
- eindeutige Identifizierung.
- Kombination
- Kanalauswahl
- Nachrichtenvalidierung
- Fehlererkennung
- Sequenzüberwachung.
- Kommunikationsaufsichtsbehörden.
- bidirektionaler Statusaustausch.
Damit soll die Wahrscheinlichkeit verringert werden, dass ein anderer Sender in der Nähe die Maschine versehentlich steuert.
Dies ist besonders wichtig in Betrieben, in denen mehrere funkgesteuerte Kräne, Fahrzeuge, Hebezeuge oder Maschinen im selben Bereich im Einsatz sind.
Eine praxisorientierte Systemarchitektur sollte vier Fragen beantworten:
- Welcher Sender ist zur Steuerung dieses Empfängers berechtigt?
- Wie erkennt der Empfänger eine ungültige oder beschädigte Nachricht?
- Wie schnell erkennt der Empfänger einen Kommunikationsausfall?
- Was passiert mit den Maschinenausgaben, wenn die Kommunikation unterbrochen wird?
Bei der letzten Frage geht es eher um ein Sicherheitsproblem als nur um ein Kommunikationsproblem.
4. Empfänger: Die maschinenseitige Schnittstelle
Der Empfänger wird an oder in der Maschine installiert und bildet die Schnittstelle zwischen den drahtlosen Befehlen und der Steuerungsarchitektur der Maschine.
Ein typischer Empfänger kann Folgendes umfassen:
Antenne → HF-Vorderstufe → Decoder/Prozessor → Steuer- und Sicherheitslogik → Ausgangsschnittstelle
Die konkrete Ausführung variiert je nach Hersteller und Anwendungsbereich.
Ein Empfänger kann Folgendes bereitstellen:
| Ausgabetyp | Typische Anwendung |
|---|---|
| Relaisausgang | Schütze, Magnetspulen, Ein-/Aus-Funktionen |
| Digitaler Ausgang | Maschineneingänge auf Logikpegel oder diskrete Eingänge |
| Analogspannung | Schnittstellen für die Proportionalregelung |
| Stromausgang | Stromgesteuerte Proportionalventile |
| PWM-Ausgang | Proportionale Magnetventilsteuerung |
| CAN-Schnittstelle | Elektronische Maschinensteuerungen und Steuergeräte (ECUs) |
| Feldbus-Schnittstelle | Integration von SPS oder industriellen Steuerungssystemen |
Dies ist einer der wichtigsten Aspekte bei der Systemauswahl.
Die Anzahl der Kanäle reicht nicht aus
Angenommen, eine Maschine verfügt über acht Funktionen.
Ein Käufer könnte davon ausgehen, dass eine “8-Kanal-Fernbedienung” geeignet ist.
Diese Annahme ist unvollständig.
Für die acht Funktionen könnte Folgendes erforderlich sein:
- acht Relaisausgänge
- sechs Relaisausgänge sowie zwei proportionale Achsen.
- vier Joysticks
- vier analoge Ausgänge
- CAN-Nachrichten
- eine Kombination aus proportionalen und diskreten Befehlen.
Der Empfänger muss daher auf die jeweilige Maschinenschnittstelle abgestimmt sein.
5. Hydraulikventil-Schnittstelle: Die entscheidende Komponente für Hydraulikmaschinen
Bei hydraulischen Anlagen betätigt der Empfänger den hydraulischen Stellantrieb in der Regel nicht direkt.
Stattdessen steuert der elektrische Befehl schließlich ein Hydraulikventil.
Eine vereinfachte Architektur sieht wie folgt aus:
Funk-Sender → Empfänger → Ventilantrieb → Magnet-/Proportionalantrieb → Wegeventil → Hydraulikantrieb
Nomis veröffentlichte Architektur für die Hydrauliksteuerung beschreibt in ähnlicher Weise den Ablauf von der Joystick-Eingabe über die drahtlose Kommunikation, den Empfängerausgang, die Ventilelektronik, das Proportionalventil bis hin zum hydraulischen Stellantrieb.
Das erklärt, warum eine hydraulische Funksteuerung im Grunde genommen eine Problem der elektrohydraulischen Integration, nicht nur ein Problem mit der Fernsteuerung.
Hydraulische Ein-/Aus-Steuerung
Bei einem herkömmlichen Wegeventil kann der Empfänger ein Magnetventil ansteuern:
Ausgang EIN → Magnetventil erregt → Ventilschieber verschiebt sich
Dies ist geeignet, wenn die Maschinenfunktion im Wesentlichen diskret ist.
Proportionale hydraulische Steuerung
Für den Proportionalbetrieb muss das System das Ventil entsprechend der Befehlsgröße steuern.
Konzeptionell:
Joystick 20% → Befehl für kleines Ventil
Joystick 50% → Befehl für mittleres Ventil
Joystick 100% → maximal konfigurierter Ventilbefehl
Die tatsächliche Reaktion kann Skalierung, Totzone, Rampenverlauf, Verstärkung oder eine nichtlineare Regelkurve beinhalten.
Aus diesem Grund können zwei Systeme mit derselben Anzahl an Joysticks ein sehr unterschiedliches Maschinenverhalten hervorrufen.
Was sollte überprüft werden?
Bei einer hydraulischen Nachrüstung sind mindestens folgende Punkte zu überprüfen:
| Parameter | Warum das wichtig ist |
|---|---|
| Ventilhersteller und -modell | Bestätigt die mechanische und elektrische Kompatibilität |
| Ventiltyp | Legt die Architektur der Ein-/Aus- oder Proportionalregelung fest |
| Spulenspannung | Muss mit dem maschinenseitigen Ausgang übereinstimmen |
| Spulenstrom oder -widerstand | Verhindert eine zu geringe Drehzahl oder Überhitzung |
| Steckertyp | Prüft die Kompatibilität der Verkabelung |
| Ausgabetyp | Relais, PWM, Analog, Strom, CAN usw. |
| Anforderungen an den Ventiltreiber | Manche Proportionalventile benötigen eine eigene Elektronik |
| Neutrales Verhalten | Legt fest, was geschieht, wenn der Befehl losgelassen wird |
| Spulenmerkmale | Beeinflusst die Bewegungsreaktion |
| Bestehender Hydraulikkreis | Stellt fest, ob die Nachrüstarchitektur praktikabel ist |
Bei Nomis aktuellem Umrüstungsmaterial für Hydrauliksysteme wird besonders darauf geachtet, den Hersteller des Ventils, das Modell, die Spulenspezifikationen, die Spannung des elektrischen Systems sowie die Art des Ventils (Ein/Aus oder proportional) zu ermitteln, bevor die Umrüstungsschnittstelle ausgewählt wird.
Für Käufer ergibt sich daraus eine wichtige Regel:
Senden Sie dem Lieferanten die Informationen zu den Ventilen und dem Steuerungssystem, nicht nur den Maschinennamen und die Anzahl der Kanäle.
6. Integration von Maschinensteuerungen, SPS, Steuergeräten und Antrieben
Nicht jede industrielle Fernbedienung wird direkt an einen Stellantrieb angeschlossen.
Moderne Maschinen verfügen möglicherweise bereits über eine SPS, ein Fahrzeug-Steuergerät, eine Maschinensteuerung oder eine dezentrale elektronische Steuerungsarchitektur.
In diesem Fall kann das Remote-System als drahtlose Bedienerschnittstelle fungieren.
Die Architektur könnte wie folgt aussehen:
Sender → HF-Verbindung → Empfänger → SPS/Steuergerät → Maschinenlogik → Aktor
Diese Lösung hat einen wesentlichen Vorteil: Die vorhandene Maschinenlogik bleibt weiterhin für Verriegelungen, Ablaufsteuerung, Grenzwerte und andere Funktionen zuständig.
In einer aktuellen Referenz zur industriellen Integration wird dieses Modell als Fernsystem beschrieben, bei dem der Empfänger diskrete oder vernetzte Befehle ausgibt, während die SPS oder der PAC die Maschinenlogik sowie sicherheitsrelevante Steuerungsfunktionen übernimmt.
Dies führt zu einem wesentlichen Unterschied in der Konzeption:
Befehlsebene
“Was soll die Maschine nach den Vorstellungen des Bedieners tun?”
Maschinensteuerungsebene
“Ist dieser Befehl zulässig, und wie soll die Maschine ihn ausführen?”
Sicherheitsschicht
“Was muss geschehen, wenn der Betreiber, die Funkverbindung, der Controller oder eine andere Komponente ausfällt?”
Ein drahtloses Fernsteuerungssystem sollte nicht automatisch als gesamte Steuerungsarchitektur betrachtet werden, nur weil es über einen Not-Aus-Schalter verfügt.
7. Not-Aus und ausfallsicherer Betrieb
Die drahtlose Steuerung wirft ein spezielles technisches Problem auf:
Was passiert, wenn die Kommunikationsverbindung unterbrochen wird?
Mögliche Ursachen sind unter anderem:
- Sender außerhalb der Reichweite.
- Funkstörungen.
- Ausfall der Senderbatterie.
- Leistungsverlust des Empfängers.
- beschädigte Antenne.
- Fehler des internen Senders.
- Fehler am Empfänger.
- Fehler im Kommunikationsprotokoll.
Ein ordnungsgemäß konzipiertes System benötigt eine definierte Reaktion.
Die Reaktion ist anwendungsspezifisch, doch das Prinzip besteht darin, dass ein erkannter Fehler nicht dazu führen darf, dass die Maschine weiterhin einen unkontrollierten Befehl ausführt.
Die Norm ISO 13850:2015 legt funktionale Anforderungen und Konstruktionsgrundsätze für Not-Aus-Funktionen an Maschinen fest.
Offizielle ISO-Seite zu ISO 13850:2015
Die Norm IEC 60204-1:2016+A1:2021 befasst sich mit der elektrischen Ausrüstung von Maschinen und enthält Anforderungen, die Bereiche wie Not-Aus, Schutz der Steuerkreise und Aspekte im Zusammenhang mit der sicheren Drehmomentabschaltung abdecken.
Offizielle IEC-Seite für IEC 60204-1:2016+A1:2021
Der Not-Aus-Schalter ist Teil des Maschinensicherheitssystems
Diese Unterscheidung ist wichtig.
Ein Not-Aus-Schalter an einem Sender ist ein Eingabegerät.
Die vollständige Not-Aus-Funktion umfasst die Logik, die Schaltelemente, die Maschinenschnittstelle und den Mechanismus zur Endenergiekontrolle, die erforderlich sind, um die Maschine in den definierten sicheren Zustand zu versetzen.
Aus diesem Grund reicht es nicht aus, einfach nur zu sagen:
“Die Fernbedienung verfügt über eine Not-Aus-Taste.”
beschreibt die Sicherheitsarchitektur nicht vollständig.
8. Sicherheitsrelevante Steuerungssysteme und Leistungsstufen
Die Norm ISO 13849-1:2023 legt eine Methodik und Anforderungen für die Auslegung und Integration sicherheitsrelevanter Teile von Steuerungssystemen fest, die Sicherheitsfunktionen erfüllen. Sie gilt für elektrische, hydraulische, pneumatische und mechanische Technologien.
Offizielle ISO-Seite zu ISO 13849-1:2023
Der entscheidende Punkt für einen Käufer einer Fernbedienung ist, dass Die erforderlichen Sicherheitsanforderungen müssen aus der Risikobewertung der Maschine abgeleitet werden..
Die Norm ISO 12100:2010 legt Grundsätze und eine Methodik für die Risikobewertung und Risikominderung bei Maschinen fest. Die ISO bestätigt, dass diese Ausgabe nach ihrer Überprüfung im Jahr 2022 weiterhin gültig ist, obwohl derzeit eine Nachfolgenorm in Entwicklung ist.
Offizielle ISO-Seite zu ISO 12100:2010
Das bedeutet, dass ein Käufer nicht mit Folgendem beginnen sollte:
“Ich möchte PL d.”
Der bessere Ablauf ist:
Gefahren identifizieren → Risikobewertung durchführen → erforderliche Sicherheitsfunktionen festlegen → erforderliche Leistungsmerkmale festlegen → das Steuerungssystem entwerfen und validieren
Das erforderliche Sicherheitsniveau (SIL) sollte daher nicht einfach deshalb ausgewählt werden, weil ein Anbieter damit wirbt.
9. Verhindern eines unerwarteten Maschinenstarts
Auch bei industriellen Funksystemen muss das Verhalten beim Hochfahren berücksichtigt werden.
Betrachten Sie folgende Folge:
- Die Maschine hat die Funkverbindung verloren.
- Die Kommunikation ist wiederhergestellt.
- Der Sender hat immer noch einen Joystick, der nicht in der Neutralstellung steht.
- Die Maschine setzt sich sofort in Bewegung.
Dieses Verhalten kann je nach Maschine und Risikobewertung inakzeptabel sein.
Die Norm ISO 14118:2017 befasst sich mit der Verhinderung eines unerwarteten Maschinenanlaufs, einschließlich Energiequellen wie elektrischer, hydraulischer und pneumatischer Energie sowie gespeicherter Energie und äußerer Einflüsse.
Offizielle ISO-Seite zu ISO 14118:2017
Eine praktische Fernsteuerungsarchitektur kann daher eine festgelegte Startsequenz umfassen, wie zum Beispiel:
Einschalten → Sender-/Empfängerüberprüfung → Not-Aus-Rücksetzung → Startbefehl → Bewegungsbefehl
Die genaue Reihenfolge muss sich nach der Maschinenkonstruktion und den geltenden Sicherheitsanforderungen richten.
10. Proportionale Fernsteuerung vs. Fernsteuerung mit Drucktasten
Der am besten geeignete Regelungsstil hängt von der erforderlichen Reaktion der Maschine ab.
| Anforderung | Druckknopfsystem | Joystick-/Proportionalsteuerung |
|---|---|---|
| Einfache Ein-/Aus-Funktionen | Geeignet | Geeignet |
| Bewegung mit konstanter Geschwindigkeit | Geeignet | Geeignet |
| Feinpositionierung | Begrenzt | Besser geeignet |
| Variable Drehzahl | Begrenzt | Geeignet |
| Sanfte hydraulische Bewegung | In der Regel begrenzt | Besser geeignet |
| Einfache Hebefunktionen | Allgemein | Ebenfalls möglich |
| Mehrachsiger proportionaler Betrieb | Nicht ideal | Geeignet |
| Komplexe Hydraulikmaschinen | Hängt vom Gerät ab | Oft besser geeignet |
Eine Fernbedienung mit Drucktasten kann für einen Kran mit klar definierten, einzelnen Bewegungen technisch hervorragend geeignet sein.
Ein proportionales Joystick-System gewinnt an Bedeutung, wenn der Bediener die Bewegung stufenlos regulieren muss.
Der entscheidende Punkt ist, dass “Proportional” beschreibt das Verhalten des Maschinenbefehls und nicht nur die physikalische Form des Gebers..
Ein Joystick, der an ein System angeschlossen ist, das ausschließlich Relais-Ein-/Aus-Ausgänge liefert, stellt nicht automatisch eine proportionale hydraulische Steuerungslösung dar.
11. Empfängerausgänge: Relais, Analog, PWM und CAN
Die Ausgangsschnittstelle gehört oft zu den am häufigsten missverstandenen Spezifikationen.
Relaisausgang
Relaisausgänge eignen sich zum Schalten diskreter Funktionen wie beispielsweise:
- Schütze
- Weichenmagnete
- Zusatzfunktionen
- Lichter
- Hörner
- Start-/Stopp-Schaltungen.
Analogausgang
Der Analogausgang kann die Befehlsgröße je nach Systemauslegung mittels eines kontinuierlichen Signals wie Spannung oder Strom darstellen.
Dies kann für die Elektronik von Proportionalventilen, Antrieben oder anderen analog gesteuerten Geräten geeignet sein.
PWM-Ausgang
PWM kann zur Steuerung von Proportionalmagnetventilen verwendet werden, indem der effektive Steuerbefehl variiert wird.
Das tatsächliche Ventilverhalten hängt vom Ventiltreiber, den Eigenschaften des Magnetventils, der Stromregelung, den Dither-Einstellungen und dem Hydrauliksystem ab.
CAN-Schnittstelle
CAN wird häufig dort eingesetzt, wo die Maschine bereits über ein elektronisches Steuerungsnetzwerk verfügt.
In solchen Systemen kann der Empfänger Befehlsinformationen an ein Steuergerät (ECU) senden, anstatt die Spule eines Ventils direkt mit Strom zu versorgen.
Im Beschaffungswesen lautet die richtige Frage daher nicht:
“Wie viele Ausgänge hat der Empfänger?”
Eine bessere Frage wäre:
“Welche Art von Ausgabe benötigt jede erforderliche Maschinenfunktion?”
12. Installation von Antenne und Empfänger
Eine Antenne ist ein kleines Bauteil, das einen großen Einfluss auf die tatsächliche Funkleistung hat.
Ein theoretisch gutes Funksystem kann eine schlechte Leistung erbringen, wenn die Antenne:
- durch Metall abgeschirmt.
- zu nahe an stark rauschende Elektronik montiert.
- in einer ungeeigneten Ausrichtung installiert.
- an einem ungünstigen Standort gelegen.
- mit einem ungeeigneten Kabel oder Stecker angeschlossen.
Industriemaschinen stellen eine zusätzliche Herausforderung dar, da viele Maschinen große Metallkonstruktionen enthalten.
Bei einem Kran kann der Empfänger hoch über dem Arbeitsbereich angebracht werden.
Bei einem Bagger oder einer mobilen Maschine kann der Empfänger in einem kompakten Motor- oder Elektroraum untergebracht werden.
Bei einem Betonpumpenfahrzeug kann der Einbauort des Empfängers ebenfalls Einfluss darauf haben, inwieweit dieser Vibrationen, Wasser, Schmutz und elektromagnetischen Störungen ausgesetzt ist.
Daher sollten die Auswahl und die Platzierung der Antenne als Teil der Systeminstallation betrachtet werden und nicht erst im Nachhinein berücksichtigt werden.
13. Umweltschutz: Die IP-Schutzart ist nur eine von vielen Spezifikationen
Industrielle Fernbedienungen können im Freien, in Fabriken, auf Baustellen, in der Nähe von Hydrauliköl, in staubigen Umgebungen oder bei häufigen Vibrationen eingesetzt werden.
Das Gehäuse muss daher entsprechend den Umgebungsbedingungen ausgelegt sein.
Zu den relevanten Merkmalen können gehören:
- Schutzart
- Betriebstemperatur
- Schlagfestigkeit
- Vibrationsfestigkeit
- chemische Beständigkeit
- UV-Belastung
- Steckerabdichtung
- Kabelschutz.
- Konstruktion des Batteriegehäuses.
IP-Schutzklassen sind zwar nützlich, geben jedoch keinen vollständigen Aufschluss über die Haltbarkeit.
Beispielsweise können zwei Produkte zwar dieselbe IP-Schutzart aufweisen, sich jedoch hinsichtlich ihrer Beständigkeit gegen Vibrationen, Stöße, Temperaturwechsel oder mechanischen Verschleiß unterscheiden.
Ein besserer Beschaffungsprozess berücksichtigt das gesamte Betriebsumfeld.
14. Industrielle Funkfernsteuerungssysteme für Hydraulikmaschinen
Hydraulikmaschinen stellen einen besonders wichtigen Anwendungsbereich dar, da die Fernsteuerung unter Umständen das Verhalten manueller Hydrauliksteuerungen nachbilden muss.
Nomis aktuelles öffentliches Portfolio konzentriert sich auf industrielle drahtlose Fernsteuerungslösungen für hydraulische Proportionalsysteme, Kräne, Bagger, Turmkräne, Winden und andere Schwermaschinen.
Bei hydraulischen Nachrüstungen kann die Gesamtarchitektur wie folgt aussehen:
Bestehender Hydraulikkreis
↓
Ventil- und Magnetventil-Schnittstelle
↓
Empfänger-/Ausgangs-Elektronik
↓
Drahtloser Sender
Die Nachrüstung bedeutet nicht zwangsläufig, dass das gesamte Hydrauliksystem ausgetauscht werden muss.
In den von Nomi veröffentlichten Unterlagen zur Nachrüstung wird ein Ansatz beschrieben, bei dem der bestehende Hydraulikkreislauf beibehalten werden kann, während elektrisch betätigte Ventilschnittstellen und ein Empfänger hinzugefügt werden, um eine drahtlose Steuerung zu ermöglichen.
Dies ist nützlich für Maschinen, die bereits über funktionsfähige Hydraulikpumpen, Ventile, Zylinder, Motoren und Hydraulikkreisläufe verfügen, jedoch eine Fernsteuerung benötigen.

15. Anwendungsbeispiele
Industrielle Funkfernsteuerungssysteme kommen in vielen Maschinenkategorien zum Einsatz, doch die erforderliche Architektur variiert je nach Anwendung.
Krane und Hebezeuge
Zu den typischen Befehlen gehören:
- hoch-/runterheben
- Reisen mit der Straßenbahn
- Brückenfahrt
- Zusatzfunktionen
- Start/Stopp
- Not-Aus
Das System kann Drucktasten, zweistufige Bedienelemente, Joysticks oder Kombinationen daraus verwenden.
Nomi bietet derzeit Fernbedienungen für Baukräne als Teil seines Portfolios an industriellen Fernsteuerungslösungen.
Bagger
Bei einem Bagger kann ein gleichzeitiger mehrachsiger Betrieb erforderlich sein, wodurch die proportionale Steuerung an Bedeutung gewinnt.
Zu den möglichen Funktionen gehören:
- Boom
- Arm
- Eimer
- Schaukel
- Reisen
- Zusatzausrüstung
Bei Nachrüstungsprojekten, Fernsteuerungssätze für industrielle Hydraulikbagger erfordern eine besonders sorgfältige Prüfung der ursprünglichen hydraulischen und elektrischen Schnittstellen.
Betonpumpenfahrzeuge
Zu den Kontrollanforderungen können gehören:
- Auslegerbewegung
- Pumpenfunktionen
- Hilfshydraulik
- motorspezifische Funktionen
- Not-Aus.
Da die Positionierung des Auslegers und die hydraulische Steuerung häufig sanfte Bewegungen erfordern, kann eine proportionale Bedienung von Bedeutung sein.
Winden und Spezialmaschinen
Für die Steuerung der Winde sind möglicherweise folgende Voraussetzungen erforderlich:
- Richtung
- variable Drehzahl
- Bremsverhalten
- Zusatzfunktionen
- sicheres Anhalten
Hier ist das Zusammenspiel zwischen dem Fernbefehl und dem Achsantrieb bzw. dem Hydraulikmotor von entscheidender Bedeutung.
16. Was sollten Käufer angeben, bevor sie ein Angebot anfordern?
Eine Anfrage wie zum Beispiel:
“Bitte unterbreiten Sie mir ein Angebot für eine industrielle Funkfernsteuerung für meinen Bagger.”
reicht in der Regel nicht aus, um ein genaues Angebot für eine technische Leistung zu erstellen.
Eine gute Angebotsanfrage enthält die folgenden Informationen.
| Spezifikation | Beispiel für die vorzulegenden Informationen |
|---|---|
| Maschinentyp | Bagger, Kran, Pumpwagen, Radlader, Winde |
| Maschinenmodell | Hersteller und genaues Modell |
| Steuerungsverfahren | Hydraulik, Elektrotechnik, Elektronik, SPS |
| Anzahl der Funktionen | 4, 6, 8, 12 usw. |
| Steuerungsart | Ein/Aus, proportional, gemischt |
| Joystick-Achsen | Anzahl und Achsenkonfiguration |
| Vorhandenes Ventil | Hersteller und Modell |
| Magnetspannung | 12 VDC, 24 VDC usw. |
| Magnetstrom | Nennstrom oder Nennwiderstand |
| Stecker | Bestehender Steckertyp |
| Maschinenspannung | 12 V, 24 V, sonstige |
| Erforderliche Ausgabe | Relais, analog, PWM, CAN |
| Not-Aus | Vorhandener Sicherheitskreis und erforderliches Verhalten |
| Betriebsumgebung | In Innenräumen, im Freien, bei Nässe, Staub, im maritimen Umfeld usw. |
| Temperatur | Minimale und maximale Umgebungstemperatur |
| Erforderlicher Arbeitsabstand | Ungefähre tatsächliche Einsatzfläche |
| Land | Ermittelt funktechnische und behördliche Anforderungen |
| Erforderliche Unterlagen | Erklärungen, Prüfberichte, Schaltpläne, Handbücher |
| Vorhandener Schaltplan | Sehr empfehlenswert |
| Vorhandener Hydraulikplan | Sehr empfehlenswert |
Anhand dieser Informationen kann ein Anbieter das tatsächliche System bewerten, anstatt sich bei der Auswahl einer Fernbedienung ausschließlich auf die Anzahl der Kanäle zu stützen.
17. Häufige Fehler beim Einkauf
Fehler 1: Die Auswahl allein anhand der Steuerungsreichweite
Eine seit langem beworbene Reichweite gleicht eine inkompatible Geräteschnittstelle nicht aus.
Bei einer Nachrüstung sollte zunächst die Kompatibilität geprüft werden, bevor die Reichweite zum wichtigsten Vergleichskriterium wird.
Fehler 2: Die Auswahl nach der Anzahl der Kanäle
“8 Kanäle” gibt keinen Aufschluss darüber, ob es sich bei diesen Kanälen um Relais-, Proportional-, Analog-, PWM- oder CAN-Befehle handelt.
Fehler 3: Die Annahme, dass jedes Joystick-System proportional ist
Der Joystick-Mechanismus und die elektrische Ausgangsarchitektur sind separate Spezifikationen.
Fehler 4: IP67 als Nachweis für uneingeschränkte industrielle Robustheit betrachten
Die Schutzart ist wichtig, aber auch Vibrationen, Stöße, Temperatur, die Qualität der Steckverbinder und die mechanische Belastbarkeit spielen eine Rolle.
Fehler 5: Die Annahme, dass die CE- oder FCC-Zertifizierung automatisch die Einhaltung der Maschinensicherheitsvorschriften bedeutet
Funkgenehmigungen und Maschinensicherheit sind unterschiedliche regulatorische Fragen.
Ein Funkgerät kann die geltenden HF-Anforderungen erfüllen, ohne dass damit automatisch die gesamte Maschinensicherheitsarchitektur erfüllt ist.
Fehler 6: Ignorieren, was nach einem Signalverlust passiert
Der Käufer sollte ausdrücklich fragen:
Was passiert mit den einzelnen Ausgängen, wenn die Kommunikation unterbrochen wird?
Fehler 7: Das Startverhalten ignorieren
Das System sollte nach einer Stromwiederherstellung, einem Senderwechsel, einer Kopplung oder der Wiederherstellung der Kommunikation ein definiertes Verhalten aufweisen.
Fehler 8: Die Originalangaben zum Ventil werden nicht bereitgestellt
Bei Hydraulikgeräten können der Ventilhersteller, das Ventilmodell, die Spulenspannung, die Stromstärke, der Stecker und die Steuerungsart wichtiger sein als der Markenname der Maschine.
18. Standards und Einhaltung: Was sollte überprüft werden?
Je nach Maschine und Markt sind insbesondere die folgenden Normen relevant.
| Standard / Rahmenwerk | Hauptthema | Warum das wichtig ist |
|---|---|---|
| ISO 12100:2010 | Risikobewertung und Risikominderung bei Maschinen | Legt den allgemeinen Rahmen für die Sicherheitsanalyse fest |
| ISO 13849-1:2023 | Sicherheitsrelevante Teile von Steuerungssystemen | Relevant, wenn Fernsteuerungsfunktionen zu Sicherheitsfunktionen beitragen |
| ISO 13850:2015 | Not-Aus-Funktion | Relevant für die Auslegung von Not-Aus-Systemen |
| ISO 14118:2017 | Verhinderung eines unerwarteten Anlaufs | Relevant für das Start- und Neustartverhalten |
| IEC 60204-1:2016+A1:2021 | Elektrische Ausrüstung von Maschinen | Relevant für die elektrische Steuerung von Maschinen und die Umsetzung von Not-Aus-Vorrichtungen |
| ISO 15817:2012 | Fernsteuerungssysteme für Erdbewegungsmaschinen | Besonders relevant für ferngesteuerte Erdbewegungsmaschinen |
| ETSI EN 300 220-2 | Zugelassene Kurzstrecken-Funkgeräte | Relevant für bestimmte Fälle der Einhaltung von EU-Frequenzvorschriften |
| FCC-Vorschriften zur Gerätezulassung | HF-Geräte in den Vereinigten Staaten | Relevant für in den USA zugelassene Funkgeräte |
Der Anwendungsbereich der Norm ISO 15817 ist besonders hervorzuheben. Laut ISO gilt diese Norm für Fernsteuerungssysteme, die bei folgenden Anwendungen zum Einsatz kommen: Erdbaumaschinen gemäß der Definition in ISO 6165. Es schafft keinen universellen Rahmen für jede industrielle Anwendung im Bereich der drahtlosen Fernsteuerung.
Aus diesem Grund sollten Käufer die für ihre Anlage geltenden maschinenspezifischen Normen, regionalen Funkvorschriften und Sicherheitsanforderungen ermitteln.
19. Eine praktische Auswahlreihenfolge
Ein guter Auswahlprozess lässt sich in sieben Schritte unterteilen.
Schritt 1: Die Maschine definieren
Ermitteln Sie den genauen Maschinentyp, das Modell, das Steuerungssystem und die Betriebsumgebung.
Schritt 2: Listen Sie alle erforderlichen Funktionen auf
Funktionen aufteilen in:
EIN/AUS
proportional
Hilfs-
sicherheitsrelevant
Schritt 3: Ermitteln Sie die vorhandene Maschinenschnittstelle
Stellen Sie fest, ob das Gerät Folgendes erwartet:
Relais → analog → PWM → CAN → SPS-Eingang → Steuergerätbefehl
Schritt 4: Bestimmen Sie die Schnittstelle des Stellantriebs
Bei hydraulischen Maschinen sind das Ventilmodell, die Spezifikationen der Magnetventile und die erforderlichen Eigenschaften des Ansteuergeräts zu dokumentieren.
Schritt 5: Definition der Sicherheitsarchitektur
Bestimmen Sie:
- Verhalten bei einem Not-Aus
- Verhalten bei Signalverlust
- Verhinderung eines unerwarteten Starts
- Zurücksetzen des Verhaltens
- Verhältnis zwischen lokaler und manueller Steuerung
Schritt 6: Überprüfen Sie die Umgebungs- und Funkvorschriften
Überprüfen:
- Temperatur
- IP-Schutzklasse
- Stoß/Vibration
- Einsatzgebiet
- Frequenzband
- regionale Zulassung
- EMV-Anforderungen
Schritt 7: Fordern Sie vor dem Kauf die technischen Unterlagen an
Eine seriöse Angebotsanfrage sollte idealerweise durch folgende Unterlagen untermauert werden:
- Schaltplan
- Anschlussbelegung
- Ausgabespezifikation
- Beschreibung der Maschinenschnittstelle
- Montageanleitung
- Sicherheitsunterlagen
- Dokumentation zur Einhaltung der Funkvorschriften
- entsprechende Prüfberichte oder Erklärungen
20. Die wichtigste Spezifikation ist oft nicht die Funkreichweite
Beim Vergleich von industriellen Funkfernsteuerungssystemen konzentrieren sich Käufer natürlich auf die offensichtlichen technischen Daten:
Bereich
Anzahl der Kanäle
IP-Schutzklasse
Akkulaufzeit
Das ist zwar wichtig, doch bei vielen Projekten zur Maschinenintegration steht eine andere Frage an erster Stelle:
Kann das System korrekt mit der bestehenden Steuerungsarchitektur der Maschine verbunden werden?
Bei Hydraulikmaschinen bedeutet das, die Schnittstelle zwischen Ventil und Magnetventil zu überprüfen.
Bei SPS-gesteuerten Maschinen bedeutet dies, die Kommunikationsart und die maschinenseitige Logik zu überprüfen.
Bei Kränen und Hebezeugen bedeutet dies, dass man die vorhandenen Steuerkreise und Sicherheitsfunktionen verstehen muss.
In explosionsgefährdeten Bereichen bedeutet dies zudem, dass die spezifischen Zertifizierungsanforderungen für explosionsgefährdete Bereiche überprüft werden müssen, anstatt davon auszugehen, dass ein Standard-Industriegehäuse ausreicht.
Dies ist eine der nützlichsten Methoden, um Anbieter von Fernbedienungen zu vergleichen.

21. Wie Nomi in diese Systemarchitektur passt
Auf der aktuellen öffentlichen Website von Nomi wird das Unternehmen als Anbieter von industriellen drahtlosen Fernsteuerungslösungen für hydraulische Proportionalsysteme, Kräne, Turmdrehkräne, Bagger, Winden und andere Schwermaschinen. Das veröffentlichte Produktportfolio umfasst hydraulische Fernsteuerungen, Joystick-Steuerungen, Drucktastensteuerungen, Steuerungen für Baukräne sowie Steuerungssysteme für Laufkräne und Hebezeuge.
Diese Produktstruktur entspricht direkt den verschiedenen Steuerungsarchitekturen, die in diesem Artikel beschrieben werden.
Für eine hydraulische Anwendung, bei der eine variable Bewegungssteuerung erforderlich ist, ist ein hydraulisches Fernsteuersystem muss möglicherweise in die bestehende Ventil- und Elektroarchitektur integriert werden, anstatt als eigenständiges drahtloses Zubehör behandelt zu werden.
Bei Bedienerschnittstellen, die auf proportionaler Bewegung basieren, Joystick-Fernbedienungen sind die entsprechende Produktkategorie.
Bei einfachen, diskreten Maschinenfunktionen, Fernbedienungen mit Drucktasten könnte angebracht sein.
Für maschinenspezifische Hebeanwendungen, Fernbedienungen für Baukräne eine weitere gängige industrielle Architektur behandeln.
Die richtige Konfiguration sollte letztlich anhand der Funktionen und Schnittstellen der Maschine und nicht allein anhand der Bezeichnung der Produktkategorie bestimmt werden.
22. Fazit
Ein industrielles Funkfernsteuerungssystem lässt sich am besten als komplette Steuerungskette verstehen und nicht nur als einfaches Funkhandgerät.
Die Kernarchitektur sieht wie folgt aus:
Bediener
↓
Sender und Bedienelemente
↓
Drahtlose Kommunikation
↓
Empfänger
↓
Maschinenschnittstelle
↓
SPS, Steuergerät, Ventilantrieb oder Relais
↓
Hydraulikventil, Motorantrieb, Schütz oder Stellantrieb
Das System erfordert zudem eine gesonderte Sicherheitsbetrachtung:
Not-Aus + Kommunikationsüberwachung + Maschinensicherheitslogik + definierter sicherer Zustand
Für Käufer beschränken sich die wichtigsten technischen Daten daher nicht nur auf die Funkreichweite oder die Anzahl der Tasten. Die Steuerungsarchitektur der Maschine, die Anforderungen an die Proportionalsteuerung, die Art des Empfängerausgangs, die Kompatibilität der Hydraulikventile, die Sicherheitsfunktionen, die Umgebungsbedingungen, die Funkvorschriften und die erforderlichen Unterlagen sollten vor der Auswahl der Ausrüstung geklärt werden.
Das ist besonders wichtig bei der Nachrüstung von Hydrauliksystemen, bei der das Funksystem nicht nur Befehle über große Entfernungen übertragen, sondern auch auf die vorhandenen Ventile und elektrischen Schnittstellen abgestimmt sein muss.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die Hauptkomponenten eines industriellen Funkfernsteuerungssystems?
Die wichtigsten funktionalen Komponenten sind der Sender, die HF-Kommunikationsverbindung, der Empfänger, die maschinenseitige Schnittstelle, das Steuerungssystem und der Endantrieb. Je nach Anwendung gehören dazu weitere Elemente wie Not-Aus-Schaltungen, Proportionalventilantriebe, SPSen, Steuergeräte, Antennen, Batterien und Diagnoseschnittstellen.
Wie funktioniert eine industrielle Funkfernsteuerung?
Der Bediener betätigt einen Joystick, einen Knopf oder einen Schalter. Der Sender wandelt diese Eingabe in einen codierten Funksignalbefehl um. Der Empfänger überprüft und decodiert den Befehl und erzeugt anschließend ein Ausgangssignal für die Steuerungsarchitektur der Maschine. Die Maschinensteuerung, das Ventil, der Antrieb oder das Relais löst daraufhin die physikalische Reaktion der Maschine aus.
Was ist der Unterschied zwischen einem industriellen Fernbedienungssender und einem Empfänger?
Der Sender ist das Gerät auf der Bedienerseite, das Befehle erzeugt. Der Empfänger ist an der Maschine installiert und wandelt drahtlose Befehle in maschinenseitige Ausgangssignale um.
Ist eine Joystick-Fernbedienung immer proportional?
Nein. Ein Joystick dient zwar als eine Art Bedienereingabe, doch der endgültige Maschinenbefehl hängt von der elektronischen Architektur und den Ausgangssignalen des Empfängers ab. Ein proportionales System benötigt eine Schnittstelle, die in der Lage ist, variable Befehle zu erzeugen und zu verarbeiten.
Welche Ausgangstypen kommen in industriellen Funkfernsteuerungssystemen zum Einsatz?
Zu den gängigen Schnittstellen zählen Relaisausgänge, digitale Ausgänge, analoge Spannungs- oder Stromausgänge, PWM-Ausgänge sowie CAN- oder andere elektronische Kommunikationsschnittstellen.
Wie wirkt sich ein Signalverlust auf ein industrielles Funkfernsteuerungssystem aus?
Ein ordnungsgemäß ausgelegtes System sollte den Ausfall einer gültigen Kommunikation erkennen und die entsprechenden Ausgänge in den definierten sicheren Zustand versetzen. Das genaue Verhalten hängt von der Sicherheitsarchitektur der Maschine und der Risikobewertung ab.
Welche Angaben muss ich beim Kauf einer hydraulischen Funkfernbedienung machen?
Geben Sie mindestens das Maschinenmodell, die Anzahl der Funktionen, die Steuerungsart, die Maschinenspannung, den Hersteller und das Modell des Hydraulikventils, die Magnetspannung und den Magnetstrom, den Steckertyp, die Anforderungen (proportional oder Ein/Aus), die Betriebsumgebung, den erforderlichen Bereich, das Einsatzland sowie vorhandene Schalt- oder Hydraulikpläne an.
Bedeutet die Schutzart IP67, dass eine Fernbedienung für jede Anwendung im Außenbereich geeignet ist?
Die IP-Schutzart gibt den Schutz vor dem Eindringen von Fremdkörpern unter definierten Prüfbedingungen an. Die Eignung für den Außenbereich kann zudem von Vibrationen, Stößen, Temperaturen, UV-Strahlung, Steckverbindern, Chemikalien, der mechanischen Konstruktion und der Installation abhängen.
Ist die CE- oder FCC-Zulassung dasselbe wie eine Zertifizierung der Maschinensicherheit?
Nein. Die Einhaltung der Funkvorschriften und die Maschinensicherheit betreffen unterschiedliche Anforderungen. Die entsprechenden Sicherheitsfunktionen müssen im Rahmen der gesamten Sicherheitsarchitektur der Maschine bewertet werden.
Gilt die Norm ISO 15817 für jede industrielle Funkfernsteuerung?
Nein. Die Norm ISO 15817:2012 befasst sich speziell mit Fernsteuerungssystemen für Erdbaumaschinen. Für andere Anwendungen gelten möglicherweise andere maschinenspezifische, funktionale Sicherheits-, elektrische, funktechnische oder regionale Anforderungen.
